Im Wasser begann es zu wimmeln. Am heftigsten dort, wo unter Wasser Vulkane ausbrachen und das Meer zum Kochen brachten. An den Sandkristallen bildeten sich Molekülketten, Verschiedene Sandkristalle erzeugten verschiedene Ketten. Und einige dieser Ketten eigneten sich selbst wieder als Formen, die andere Ketten hervorbrachten.
"Schau hierher!" Der Finger der Göttin deutete auf einen Molekülfaden, der sich zu einem Knäuel zusamengekräuselt hatte. "Mit seiner Form, mit seinen Mulden und Vorsprüngen, kann es genau ein bestimmtes Molekül in ein bestimmtes anderes umwandeln. Ich nenne es ein Enzym. Es gibt Millionen davon, und jedes kann etwas anderes. Siehst du, wie sie sich gegenseitig katalysieren?. Lauter kleine Maschinchen. Lauter Maschinchen, die andere kleine Maschinchen erzeugen. Das zerbricht sich gegenseitig und setzt sich neu zusammen, zu immer anderen Mustern, sinnlos, witzlos, was? Aber warten wir, wir haben Zeit."
Joanna-Barbarella betrachte das Treiben der Moleküle in diesem trüben Meer. Wie lange mochte es dauern, bis alle möglichen Muster wenigstens einmal entstanden waren?
"Das Universum lebt nicht lange genug dafür." GOTT, die Göttin, zuckte die Achseln. "Nicht einmal ich. Aber wir haben Glück: Nach ein paar Millionen Jahren..."
Der Finger der Göttin zeigte aufs andere Ende des Weltmeeres. Joanna schickte ihren Blick durch die Massen von grauem Wasser, das von Stürmen zu himmelhohen Wellen getürmt, von Orkanen im Kreis gejagt, von untermeerischen Vulkanausbrüchen in die Höhe geschleudert wurde. Dort, an einer flachen Küste, in einer winzigen Höhlung zwischen drei Kieseln, trieb ein kleiner Faden im seichten, brühwarmen Wasser. Joanna-Barbarella konnte nur fünf verschiedene Atome darin entdecken. Aber es waren Millionen davon. Die Kleine Prinzessin sah bestimmte Muster in dieser komplizierten Kette, vier verschiedene Muster waren es, die sich in unregelmäßiger Folge in der Kette abwechselten. Eine riesige winzige Molekülmaschine. Denn als Joanna genauer hinsah, wurde ihr klar, dass gewisse kleine Maschinchen, die im Wasser trieben, an dem Faden hängenblieben, Molekülbausteine, die vorbeischwammen, einfingen, und auf diese Weise etwas zusammensetzten, was dem ersten Faden erstaunlich ähnlich war.
"Da haben wir's" sagte GOTT, die Göttin. "Bald wird hier alles voll von ihnen sein."

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