LeserInnen meinen:
nein, wirklich, diese mischung aus "per anhalter durch die galaxis" und einführung in kernphysik ist köstlich. danke für die downloadmöglichkeit, werde alle fragen wahrheitsgemäß beantworten..;-)

björn

bücher helfen immer, zumindest unter dem aspekt der entdeckung anderen oder verwandten denkweisen. als soziale bibel würde ich ihr buch nicht einstufen, eher als vergnügen das zum nachdenken anregt. insofern, würde ich sagen, es kann jedem helfen der zum nachdenken bereit ist....

gabriela

ich habe dein machwerk nunmehr (am stück) verschlungen und giere nach der fortsetzung... gibt es schon was neues? das zip-file ist immer noch dasselbe... hast du zwischenzeitlich aufgegeben?

den fragebogen beantworte ich lieber "ganzheitlich"...

gefallen hat mir bislang eigentlich alles, bis auf den etwas lang- und weilig gestalteten ausflug ins finanzwesen für häuslebauer, da habe ich dann mal zwei seiten übersprungen.... zu lang kann das buch gar nicht werden, zur not macht man halt zwei oder drei draus, damit man sich keinen bruch hebt, wenn man abends im bett liest...;-) ich habe ja auch immerhin stundenlang den leitz-ordner mit dem ausdruck gestemmt, war ja die mühe wert!

björn

Zunächst: Ich weiß, daß es sich um eine Baustelle handelt. Trotzdem nehme ich im Folgenden darauf keine Rücksicht. So vermischt sich zwar Kritik, Anregung und eigene Vorstellung, aber es erfordert weniger Worte, und der Autor wird's zu trennen wissen.

Ein Bildungsroman im Wortsinn aus linker Perpektive. Ich sehe zwei Erzählstränge, die natürlich irgendwann zu einem überraschenden Schluß konvergieren müssen, das aber noch nicht tun: Eine Art Sofies Welt, kosmologisch-darwinistisch imaginär, und einen der realen Welt. Die Protagonistin der imaginären Welt funktioniert bis ca. S. 87, wenn auch ohne große Spannung. Dann aber gerät sie aus dem Blickfeld und der Strang zerfasert; der anfangs durchaus vorhandene Rhythmus sowohl in diesem Strang als auch in der Verschachtelung verebbt. Der Übergang zu den Pygmäen ist ein Bruch, der nicht wieder geheilt wird, und spätestens ab hier wird dieser Erzählstrang zum Exposè für eine BBC-Doku, hübsch formuliert, aber noch reichlich tot. Die Episode mit dem Außenseiter beispielsweise könnte mehr hergeben. Der ganze Pygmäen-Teil wirkt etwas konstruiert und unglaubwürdig. Es fehlen die auf den ersten Seiten durchaus erkennbaren Facts, die das Ganze zu mehr als nur einer Rulaman-Kolportage auf hohem sprachlichen Niveau machen.

Das Prinzessinnen-Pendant im Realen hält sich noch ein paar Seiten länger, dann ist sie ebenfalls verschwunden. Auch hier funktioniert es noch nicht: Der Vater tritt bereits etwas früher ab, taucht aber als Berichterstatter seiner Biografie unvermittelt und ungenannt wieder auf - dieser Teil ist nurmehr eine Art kontinuierlicher Zettelkasten. Schon ab ca. S. 50 verliert sich aber auch in diesem Strang der Rhythmus, die Absätze rein biografischer Berichte werden immer länger, die Gesprächseinwürfe alibihafter, jedwede Dramatik sackt auf Null. Das deutet sich schon in den Tiraden des Stv. Generaldirektors an: ganz nett, aber zu lang, schwer zu lesen, die Absicht zu durchsichtig (ich fand es freilich lustig, aber das beruht auf verbotenem Insiderwissen: Mein Großvater, den ich nicht nur wegen seiner Geschichten sehr liebte - "Geh Paul, erzöi doch net so an Bleedsinn" -, war k.u.k-Offizier...). Funktioniert so nicht. Liest keiner zu Ende. Und "man merkt die Absicht und ist verstimmt": Zu dick aufgetragener Antikapitalismus. Um die existenziellen Zweifel zu illustrieren, ist das unnötig - das muß raffinierter daherkommen.

Aus dem Ansatz könnte eine spannende Geschichte des Bewußtseins enststehen, könnte im besten Sinn Aufklärung erwachsen über die Art, wie wir Wirklichkeit schaffen, über das im Gang befindliche Sterben des externalisierten Gottesbegriffs und seine metamorphische Wiederkunft im ICH, über die Schmerzen, Abgründe und Einsamkeiten der unausweichlichen Individualisierung (wie sie von Camus bis Jelinek, von Hume über Stirner bis zu den zeitgenössischen Neurophysiologen auch öffentlich zu bestaunen sind) und deren Überwindung, die zeitlos nahe Utopie des Danach ohne Innen und Außen - es muß ja nicht gleich der Sinn des Lebens sein, denn da endet man ohne Rückgriff auf Theosophisch-Metaphysische Fragwürdigkeiten doch allzu leicht bei 42. Bis zur GUT des Bewußtseins ist's noch ein Weilchen.

Wie gesagt: Die Aufhänger wären da. Aber nach dem ersten Drittel geht's derzeit noch steil bergab.

So, und jetzt muß ich wieder was Vernüftiges arbeiten, sonst habe ich morgen nichts zum Frühstück... <grins>

herzlich Wulff Wendelstein