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Schulveranstaltungen
mit Martin Auer

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Schreibwerkstätten

Spezielle Workshops:

Die Geschichtenmaschine

www.martinauer.net

Texte von Schülerinnen und Schülern Wiener Hauptschulen entstanden in Schreibwerkstätten mit Martin Auer

Das ist nur eine kleine Auswahl meiner Lieblingstexte. Die Autorinnen und Autoren waren, als sie die Texte verfassten, ungefähr 12 Jahre alt. Die Schreibwerkstätten dauerten vier Vormittage, verteilt über vier Wochen. Meistens passierte es am zweiten oder dritten Vormittag: Eine halbe Stunde lang waren alle inspiriert, lagen auf dem Fußboden oder quer über das Pult und schrieben solche kleinen Meisterwerke. Die Zeit davor und danach diente dem Aufbau dieser Spannung und der Auswertung und Präsentation der Ergebnisse. Einige der Texte stammen von Kindern mit besonderem Förderbedarf. Es wird schwer sein zu erraten, welche das sind...

Gretl Ehigie

Die Blumen blühen...

Die Blumen blühen,
das Wasser plätschert,
die Vögel zwitschern und
die Sonne glüht.
Der Wind
ist frisch,
doch alles
überzeugt mich nicht. 


Thomas Brunneder

Der Radierer

Der Radierer
radiert
immer.
Sie radieren ihn
zu Tode.


Alexandra Marischka

Irgendein Gedicht

Hier ein Gedicht, das soll sich reimen.
Grund dafür? Da gibt es keinen.

Die Welt, die ist so, wie sie ist,
auch wenn so mancher was vermißt.

Dieses Gedicht ist grundlos glücklich,
traurig, lustig und verzücklich.

Krieg und Frieden ist es auch
und ein wunderschöner Brauch.

Es ist die Wärme, ist die Kühle.
Schuld daran sind nur Gefühle.

Versteht das jemand, ist es Pflicht
mir's zu erklär'n, denn ich tu's nicht. 


Alexandra Marischka

Streß

Ich hocke hier auf meinem Sitz
und sollte etwas schreiben.
Doch was mir einfällt, ist ein Witz,
ich glaub, ich lass' es bleiben.

Aus der Küche dröhnt Musik,
die Flimmerkiste an.
Sie bringen irgendwas vom Krieg.
Mein Bruder hängt schon dran.

Die kleine Schwester lauthals schreit,
ich wäre so gemein.
Ich glaub, jetzt ist es gleich soweit:
Ich gehe hier noch ein!


Andreas Pichler

Umweltschutz

Lernen, arbeiten, Geld verdienen,
Leistungen erbringen.
Wirtschaft ankurbeln,
Import, Export, Leistungsbilanzsteigerung.
Vergasung durch Autos.
Das Ozonloch wird größer.
Ausbeutung der Rohstoffquellen.
Die Erde wird so leer sein wie eine Flasche Wein.
Alles ist erlaubt:
Übernahme der Weltwirtschaft,
Kriege, Zerstörung, wann nimmt das ein Ende.
Am Schluß sieht die Erde wie ein Mond aus
und die Politiker werden als erstes weg sein.
Aber einen neuen Planeten
können sie sich nicht kaufen. 


Sabrina Oblesser

Nacht

Der Tag und die Sonne sind still.
Die Nacht ist so dunkel
und der Mond so grell.
Die Nachtigall singt,
da schaut der Uhu.


Thomas Leitgeb

Liebst du mich

Liebst du mich,
frag ich dich.
Frag ich dich nicht, dann
liebst du mich. 


Ronald Gassner

Der Batterienplanet

Das Sonnensystem wird untersucht,
der Batterienplanet erkundet,
die Batterien auf die Erde gebracht,
der erforschte Planet zerstört.
Auf derErde gibt es
keine Energieprobleme.


Gretl Ehigie

Auf und ab

Wenn ich die Stiegen hinaufmarschiere,
denk ich mir, ich bin ein Vogel,
der weit, weit fliegen kann.
Aber wenn ich die Stiegen
hinunterfalle
bin ich abgestürzt. 


Senol Karadag

Der Vater

Ich mag ihn sehr
und er mag mich auch sehr.
Ich helfe ihm beim Autoreparieren,
er freut sich darüber.
Das ist mein Vater!


Fadime Ucar

Ich habe Angst vor
Mama und Papa.
Ich habe Angst, daß
sie mich anschreien,
wenn ich eine schlechte
Note habe.

Ich träume von den Vampiren.
Ich träume,
dass Vampire mein Blut saufen.
Ich schreie laut,
dass meine Eltern erwachen.

In meinem Traum träume ich,
dass Blut über meinen Körper rinnt.
Ich bin ganz rot,
ich schreie und habe Angst. 


Silvija Bešinovic

Vorladung

Komm mir ja nicht mit einer Vorladung nach Hause,
denn ich habe viel Arbeit!
Komm mir nie mit einer Vorladung nach Hause,
denn dann kann ich mir nicht frei nehmen.
Komm mir ja nicht mit einer Vorladung,
denn dann bestraf ich dich.
Nur keine Vorladung.


Gülay Göksu

Tot

Mein Vater sprach über den Tod.
Ich träume in der Nacht vorm Tod.
Ich habe Angst vor dem Tod.
Ein Mann ist tot.
Eine Katze ist tot.
Ein Hund liegt tot im Wald.
Ich habe Angst vor meinem Onkel,
ich habe sein Gesicht gesehen.
Er ist tot. 


Lara Rainer, Maria Valencia und Angela Freingruber

Ein etwas ungewöhnlicher Heiratsantrag

"Aber eins sag ich dir gleich! Du gehst nicht arbeiten! Du räumst auf! Meinen Schreibtisch aber natürlich nur unter meiner Aufsicht. Vom Haushaltsgeld kaufst Du das Essen. Der Rest kommt auf mein Konto. Wenn du was haben willst, frag mich. Ich kaufe aber nur sinnvolle Sachen. Pelz und Webpelz gibt es bei mir grundsätzlich nicht. Ein Parka aus dem Sonderangebot genügt völlig. Ein Ehebett brauchen wir nicht. Viel zu teuer. Du schläfst vorläufig auf dem Klappbett. Das Hochzeitskleid kaufen wir auf dem Flohmarkt. Unsere Eheringe sind versilbert. Wen du unbedingt Kinder haben willst, mußt du dich um sie kümmern. Außerdem mußt du sie gut erziehen, denn wenn sie mir zu laut sind, suche ich mir ein billiges Internat aus. Und wenn wir uns scheiden lassen, ziehst du aus der gemeinsamen Wohnung aus."

"UND WAS MACHST DU??????????????????!"

" Ahm ! Ihm! Öhm ! Ohm! Na ja. Ich verdiene das Geld, und das ist ja schließlich das Wichtigste!"

"Ich wollte deine Frau sein, nicht deine Angestellte! Ich such mir wen anderen! ADIEU!"

"Adieu!" sagte Markus ganz leise!"

 

Filip Hirschegger

Krieg überall

Krieg überall ,
wo soll ich hin ?
wo soll ich hin ?
was soll ich tun ?
Krieg überall!