Das Gespräch der drei

Der dreiundsechzigste Abt gab seinen Schülern einmal die folgende Meditation auf:

Einmal standen drei beieinander. Und weil sie gerade Zeit hatten, erzählten sie sich etwas von früher.

Der eine sagte: "Wir hatten bei uns in der Stadt einen Mann, wenn der den Mund öffnete, kamen Fliegen heraus. Gerade er hielt gern lange Reden, die er furchtbar wichtig nahm und die alle langweilten, und noch dazu waren die Fliegen eine wirkliche Belästigung. Trotzdem schaffte er es, als wichtiger Mann zu gelten, und er wurde sogar in den Rat der Stadt gewählt. Dort sprach er immer nach dem Bürgermeister und wiederholte dessen Vorschläge und Argumente und begründete sie noch einmal im Detail. Bei jeder Ratssitzung verteilte sich ein Fliegenschwarm vom Rathaus über die ganze Stadt."

Der andere sagte: "Wir hatten einen, dessen Ohr war an seinem Mund angewachsen. Was er redete, konnte nur er verstehen, wir anderen hörten nur ein undeutliches Murmeln. Manchmal schien er Witze zu machen und zu lachen.

Mit seinem anderen Ohr konnte er hören, was wir sagten, aber wenn wir ihn aufforderten, sich uns verständlich zu machen, zum Beispiel durch Zeichen, zuckte er nur mit den Schultern."

Die dritte sagte: "Wir hatten bei uns eine Frau, der war statt eines Beins eine Axt gewachsen. Alle fürchteten sich vor ihrem Fußtritt, aber sie hatte nie zu treten gelernt, sie konnte auf der Axt nur humpeln und wickelte alte Säcke darum, weil sie sich schämte."