Die Ereignisse von Skoliossa gehören zu den traurigsten unseres Jahrhunderts, vielleicht aber auch zu denen, die dieses Jahrhundert erst richtig charakterisieren. Tatsächlich geschah in Skoliossa schlimmeres als in Jonestown und in San Diego.
Schlimmer als Jonestown...
Doch in einer beispiellosen Vertuschungsaktion wurde von den Regierungen der europäischen "Industrienationen" - und fast nur solche waren betroffen - alles unternommen, um das Geschehen von Skoliossa ungeschehen zu machen, totzuschweigen. Das war um so leichter, als kaum jemand überlebte, um von den Vorgängen zu berichten, so daß das wenige, was durchgedrungen ist, als Gerücht abgetan werden konnte, ja von manchen zu den "urban legends" ("modernen Sagen") gerechnet wird, als ins maßlose vergrößerte Projektion der Ereignisse von Jonestown 1978 und San Diego 1997. Die wenigen Medienberichterstatter, die sich am Ort des Geschehens befunden hatten, wurden sowohl von den lokalen Behörden als auch von den Regierungen ihrer Herkunftsländer massiv unter Druck gesetzt. Ihre Aufzeichnungen und Materialien wurden nach dem Eingreifen der Truppen bereits am Ort von den lokalen Behörden beschlagnahmt, in ihren Redaktionen wurde ihnen bedeutet, daß sie ihre Stellung aufs Spiel setzten, wenn sie, ohne Beweise in der Hand zu haben, derart ungeheuerliche Behauptungen aufstellen wollten.
...oder San Diego
Nur einem einzigen Reporter - nach dem oben Gesagten ist es klar, daß sein Name ungenannt bleiben muß - gelang es, echtes Material durch die Kontrollen zu bringen. Zwar nicht sein eigenes, aber das seines Kollegen, des österreichischen Rundfunkjournalisten Artur Maien, der während der Ereignisse unter nicht näher geklärten Umständen den Tod fand. Der ungenannte Reporter fand die Tonbänder bei der Leiche Artur Maiens und nahm sie an sich, nachdem er selbst schon kontrolliert und seine Unterlagen beschlagnahmt worden waren. So konnte das bisher einzige bekannt gewordene Beweismaterial gesichert werden, vielleicht das einzige überhaupt, es sei denn, die beschlagnahmten Materialien wurden nicht, wie anzunehmen ist, vernichtet, sondern lagern noch in irgendwelchen Regierungstresoren.
Als der ungenannte Reporter dieses Material seinem Sender vorlegte - um den Reporter zu schützen, wird auch der Name des Senders hier nicht genannt, doch handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Anstalt des deutschsprachigen Raumes - wurde ihm zuerst gestattet, eine 10-Minuten-Sendung für das Nachrichtenmagazin daraus zu gestalten. Noch während der Schneidearbeiten erschienen plötzlich der Sendeleiter und der Betriebsratsvorsitzende im Studio, verlangten die Herausgabe der Bänder und erklärten, daß es im Interesse des Senders nicht möglich sei, den Beitrag auszustrahlen. Dem Reporter und den Technikern wurde zu verstehen gegeben, daß sie ihre Stellungen aufs Spiel setzten, wenn irgend etwas an die Öffentlichkeit dränge.
Ohne Wissen des Reporters hatte allerdings eine Technikerin beim ersten Abhören der Originalbänder eine Kassette mitlaufen lassen. So konnten die Materialien doch noch für die Öffentlichkeit gerettet werden, und werden hier in Abschrift vorgelegt.
Anmerkungen:
* bedeutet das Aus- und Wiedereinschalten des Aufnahmegerätes. Alle Teile, die zwischen zwei * stehen, wurden also in einem Zug aufgenommen.
Kursiv gesetzte Teile geben wieder, was auf den Bändern an nichtsprachlichem Material zu hören ist.
In [eckige Klammern] gesetzte Teile geben Kommentare in einem "privaten" Tonfall wieder, der sich deutlich von Maiens "offizieller" Sprechweise unterscheidet. Diese Passagen hat Maien anscheinend als Notizen oder private Bemerkungen in sein Mikrofon gesprochen, und sie waren nicht in dieser Form zur Sendung bestimmt.